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Trichogramma-Ausbringung: der Maiszünsler wird biologisch gestoppt

Der Maiszünsler gehört zu den größten Schädlingen im Maisanbau. Trichogramma-Schlupfwespen parasitieren seine Eier, bevor die Raupe schlüpft — die Drohne verteilt die Kugeln mit den Nützlingen präzise und schlagkräftig über der Fläche.

Die Ausbringung läuft in Zusammenarbeit mit dem Maschinenring und erfahrenen Partnerbetrieben — je nach Schlaggröße per Drohne oder manuell, terminiert auf den Flug des Zünslers und die lokale Witterung.

Drohne startet zur Trichogramma-Ausbringung am Maisfeld
Zeitraum
Ende Mai bis Juni, je nach Witterung
Verfahren
Trichogramma-Kugeln, GPS-gestützt per Drohne verteilt
Wirkung
Parasitiert Zünsler-Eier — chemiefrei, ohne Rückstände
Zulassung
Auch für den Öko-Landbau geeignet

Ihre Vorteile

  • Chemiefreie Schädlingsbekämpfung ohne Wartezeiten und Rückstände
  • Schont Nützlinge, Boden und Umwelt — auch im Öko-Landbau einsetzbar
  • Kein zusätzlicher Arbeitsgang: Anmeldung genügt, Termin und Logistik werden organisiert
  • Flächenbündelung, GPS-Einsatzplanung und Dokumentation über den Maschinenring

Anmeldung und Kosten

Die Saison startet je nach Witterung Ende Mai. Wer früh anmeldet, sichert sich den optimalen Ausbringungstermin — die Flächen werden gebündelt und in einer Kampagne geflogen. Abgerechnet wird je Hektar, das Paket enthält Kugeln, zwei Ausbringungstermine und den Nachweis für den Förderantrag.

RICHTWERT NETTO

Komplettpaket je Hektar
95 €/ha
Ab 10 Hektar
89 €/ha
FAKT-Zuschuss Baden-Württemberg
− 60 €/ha

Bleibt eine Nettobelastung von rund 29 bis 35 €/ha — bei einem vermeidbaren Schaden von etwa 150 €/ha.

Alle Preise und Konditionen →

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Einsatz im Juli 2021 — dokumentiert vom Teckboten

Fotos: Thomas Krytzner. Zum Vergrößern anklicken — die Lightbox lädt die Originalauflösung. Bericht als PDF lesen (Der Teckbote, 20.07.2021).

Maiszünsler und Trichogramma: die Grundlagen

Warum der Termin über den Erfolg entscheidet, was die Schlupfwespe genau macht und wie die Förderung in Baden-Württemberg funktioniert.

Der Schädling

Der Maiszünsler ist ein Nachtfalter. Die Weibchen legen ihre Eier in Spiegeln auf die Blattunterseiten. Aus jedem Ei schlüpft eine Raupe, die sich in den Stängel bohrt und ihn von innen aushöhlt. Die Folge sind Fahnenbruch, Stängelbruch vor der Ernte, Ertragsverlust und, weil die Bohrlöcher Eintrittspforten sind, ein höheres Risiko für Fusarium und damit für Mykotoxine im Erntegut. Die Raupe überwintert im Stoppelrest, weshalb sauberes Mulchen und Einarbeiten der Stoppeln zur Bekämpfung dazugehören.

Der Gegenspieler

Trichogramma ist eine Schlupfwespe von weniger als einem Millimeter Größe. Sie sticht die Eier des Maiszünslers an und legt ihr eigenes Ei hinein. Statt einer Raupe schlüpft eine neue Schlupfwespe. Der Schädling wird also gestoppt, bevor er überhaupt in den Stängel gelangt. Es kommt kein Wirkstoff auf die Pflanze, es gibt keine Wartezeit und keine Rückstände. Für Bienen, Nützlinge und Boden ist das Verfahren unbedenklich, es ist auch im Ökolandbau zugelassen.

Warum der Termin alles entscheidet

Zu früh ausgebracht, findet die Schlupfwespe noch keine Eier. Zu spät ausgebracht, ist im Ei bereits die Raupe entwickelt und die Wespe kann nichts mehr ausrichten. In Baden-Württemberg wird der Zuflug amtlich mit Licht- und Pheromonfallen überwacht. Sobald vermehrt Weibchen gefangen werden, ist der Zeitpunkt da, je nach Region etwa Mitte Juni bis Anfang Juli. Wir bringen deshalb in zwei Durchgängen aus: Der zweite Termin fängt die Nachzügler ab und macht die Kampagne unabhängiger von einem einzelnen Wettertag.

Wirkung und Kosten

Die Wirkungsgrade des biologischen Verfahrens liegen bei 70 bis 85 Prozent und damit im Bereich chemischer Verfahren. Baden-Württemberg fördert die Ausbringung über das Agrarumweltprogramm FAKT mit 60 Euro je Hektar. Bei unserem Komplettpreis von 95 Euro je Hektar bleibt damit eine Nettobelastung von rund 29 bis 35 Euro je Hektar, ab 10 Hektar weniger. Dem steht ein vermeidbarer Schaden von etwa 150 Euro je Hektar gegenüber.

Was zur Bekämpfung dazugehört

Die Schlupfwespe wirkt gegen die Eier der laufenden Saison, nicht gegen die Raupen, die bereits im Stängel sitzen. Die überwintern im Stoppelrest und starten im nächsten Jahr die neue Generation. Wer den Befallsdruck dauerhaft senken will, kombiniert deshalb beides: Trichogramma zum Zuflug und sauberes Mulchen und Einarbeiten der Stoppeln nach der Ernte. Beides zusammen wirkt deutlich besser als jede Maßnahme für sich.

Warum per Drohne

Von Hand werden die Kugeln am Feldrand oder aus der Fahrgasse abgelegt, was bei großen Schlägen ungleichmäßig verteilt und Arbeitszeit kostet. Die Drohne fliegt GPS-gestützte Bahnen über den Bestand und setzt die Kugeln in gleichmäßigem Raster ab, auch mitten im Schlag. Der Mais wird dabei nicht befahren, es entstehen keine Fahrspuren und kein zusätzlicher Arbeitsgang. Läuft die Kampagne gebündelt über den Maschinenring, sinken zudem die Rüstzeiten je Hektar.

Häufige Fragen

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Ausbringung?

Sobald der Zuflug des Maiszünslers beginnt, in Baden-Württemberg je nach Region etwa Mitte Juni bis Anfang Juli. Maßgeblich sind die amtlichen Licht- und Pheromonfallen. Wir bringen in zwei Durchgängen aus, damit auch Nachzügler erfasst werden.

Wie hoch ist der Wirkungsgrad?

In der Praxis werden 70 bis 85 Prozent erreicht. Das liegt im Bereich chemischer Verfahren, ohne Wirkstoff, ohne Wartezeit und ohne Rückstände im Erntegut.

Wird die Ausbringung gefördert?

Ja. Baden-Württemberg fördert die biologische Maiszünsler-Bekämpfung über FAKT mit 60 Euro je Hektar. Den Ausbringungsnachweis für den Förderantrag stellen wir aus.

Ist das Verfahren im Ökolandbau zugelassen?

Ja. Es kommt kein Pflanzenschutzmittel zum Einsatz, sondern ein Nützling. Das Verfahren ist auch für den ökologischen Landbau geeignet.

Muss ich mich um die Bestellung kümmern?

Nein. Die Kampagne läuft gebündelt über den Maschinenring. Sie melden Ihre Fläche an, wir übernehmen Termin, Logistik und Ausbringung. Für Ihren Betrieb entsteht kein zusätzlicher Arbeitsgang.

Einsatz anfragen

Kurzfristige Termine sind möglich, gerade in der Mahd- und Erntezeit. Beschreiben Sie Fläche, Ort und Zeitfenster, wir melden uns mit einem Richtwert zurück.