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Trichogramma-Kugeln oder -Karten: warum die Drohne die Form des Produkts verändert hat

Trichogramma gab es lange nur als Karte zum Aufhängen. Seit die Ausbringung per Drohne läuft, liegt dasselbe Nützlingsprodukt in kleinen Papierkugeln, die aus der Luft fallen. Der Unterschied zwischen beiden Formen ist real, aber er liegt nicht dort, wo er meistens verkauft wird.

Hand hält eine flache Pappschale mit runden, beigen Papierkugeln über einem kniehohen Maisbestand im Morgengrauen (KI-erzeugtes Symbolbild)

Saison und Planung · · 4 Minuten Lesezeit · von

Was in einer Kugel steckt

Die Kugel ist rund zwei Zentimeter groß und besteht aus biologisch abbaubarem Papier. Darin sitzen parasitierte Motteneier, aus denen die Schlupfwespen später schlüpfen, nach Angaben aus der Fachpresse rund 2.200 Stück je Kugel. Mindestens 100 Kugeln je Hektar sollten es sein, damit die Fläche gleichmäßig abgedeckt ist.

Der entscheidende Kniff steckt nicht in der Menge, sondern in der Mischung. Die Wirtseier in einer Kugel befinden sich in sechs unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Dadurch schlüpfen die Wespen nicht alle am selben Tag, sondern über einen längeren Zeitraum verteilt.

Das ist die Antwort auf ein biologisches Problem: Der Maiszünsler legt seine Eier nicht an einem Abend ab, sondern über Wochen. Ein Nützling, der komplett an einem Tag schlüpft, trifft nur einen Ausschnitt davon.

Warum es überhaupt eine Hülle braucht

Die Kugel ist Transportbehälter und Witterungsschutz in einem. Sie fällt in den Bestand, bleibt zwischen den Blättern liegen und hält Regen, Sonne und Fressfeinde eine Weile ab, während die Wespen nacheinander ausschlüpfen.

Die Karte macht dasselbe an einem festen Punkt: Sie wird von Hand an einer Maispflanze befestigt und gibt ihre Wespen dort ab, wo sie hängt. Auch auf der Karte sind die Eier unterschiedlich weit entwickelt.

Beide Formen liefern also dasselbe Tier mit demselben Prinzip. Der Unterschied ist der Weg, auf dem sie auf die Fläche kommen.

Die Karte kostet keinen Cent mehr, sondern zwei Gänge durch den Bestand

Für die Handausbringung werden rund 50 Karten je Hektar gleichmäßig verteilt aufgehängt, üblicherweise Mitte bis Ende Juni. Das ist der ganze Materialaufwand, und er ist günstig.

Teuer wird der Weg dorthin. 50 Aufhängepunkte je Hektar heißen: quer durch den Bestand, alle paar Schritte anhalten, und das zweimal im Abstand von knapp zwei Wochen. Der zweite Termin ist der unangenehme, weil der Mais dann deutlich höher steht.

Genau an dieser Stelle scheitert das Verfahren in der Praxis am häufigsten. Nicht am Produkt, sondern daran, dass der zweite Gang im Juli zwischen Heuernte und Getreidedrusch liegt und deshalb verschoben wird.

Die Mengen im Vergleich

Bei der Ausbringung aus der Luft werden beim ersten Überflug rund 220.000 Tiere je Hektar abgeworfen, etwa zehn bis vierzehn Tage später folgt ein zweiter Flug mit rund 100.000 Tieren. Das deckt sich mit den 100 Kugeln je Hektar und den rund 2.200 Wespen, die in einer Kugel stecken.

Der Zeitbedarf ist der eigentliche Unterschied: Die Drohne braucht wenige Minuten je Hektar und schafft in der Stunde etwa zehn Hektar. Der Bestand wird dabei nicht betreten, es bleiben keine Fahrgassen und keine niedergetretenen Pflanzen zurück.

Was gleich bleibt, ist die Zahl der Termine. Zwei Ausbringungen sind zwei Ausbringungen, ob von Hand oder aus der Luft.

Was die Form nicht ändert

Den Wirkungsgrad. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft nennt für Trichogramma bei zweimaliger Ausbringung im Mittel 55 Prozent, mit einer Spanne von 35 bis 81 Prozent. Diese Spanne entsteht über den Termin, nicht über die Verpackung.

Wenn Ihnen jemand die Kugel mit einem höheren Wirkungsgrad verkauft, fragen Sie nach der Quelle. Die Kugel spart Arbeitszeit und macht den zweiten Termin wahrscheinlicher; sie macht die Schlupfwespe nicht besser.

Der ehrliche Satz dazu lautet: Die Kugel ist genau in dem Maß überlegen, in dem sie dafür sorgt, dass beide Termine wirklich stattfinden. Wer beide Gänge auch zu Fuß zuverlässig macht, verliert nichts.

Wonach die Entscheidung fällt

Nach der Fläche und nach dem Personal. Bei kleinen, gut erreichbaren Schlägen und jemandem im Betrieb, der die Termine übernimmt, sind Karten eine vernünftige Lösung. Ab mehreren Hektar, bei verstreuten Schlägen oder wenn im Juli niemand abkömmlich ist, gewinnt die Luft.

Und nach dem Kalender: Beide Verfahren hängen am Flugbeginn des Zünslers, nicht am Datum. Was das für die Planung bedeutet, steht im Beitrag über die Reihenfolge der Maßnahmen.

Wie die Bestellung läuft

Wir fliegen mit Kugeln und mit zwei Terminen, weil das die Variante ist, bei der die Spanne nach oben zeigt. Anfragen nehmen wir gern direkt entgegen; Beauftragung und Abrechnung laufen über den Maschinenring Schwäbisch Hall, der auch die Technik stellt.

Den Ausbringungsnachweis für den FAKT-Antrag bekommen Sie von uns, zusammen mit dem Kaufbeleg der Nützlinge. Beides verlangt die Förderstelle, und beides lässt sich hinterher nicht mehr herstellen.

Häufige Fragen

Wie viele Trichogramma-Kugeln braucht man je Hektar?

Mindestens 100 Kugeln je Hektar, mit rund 2.200 Schlupfwespen je Kugel. Beim ersten Überflug entspricht das etwa 220.000 Tieren je Hektar, beim zweiten Flug kommen rund 100.000 dazu.

Was ist der Unterschied zwischen Kugeln und Karten?

Nur der Weg auf die Fläche. Karten werden von Hand aufgehängt, rund 50 Stück je Hektar; Kugeln fallen aus der Drohne in den Bestand. Beide enthalten parasitierte Wirtseier in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, damit die Wespen über Wochen verteilt schlüpfen.

Wirken Kugeln besser als Karten?

Nicht von sich aus. Der Wirkungsgrad liegt laut der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft bei zweimaliger Ausbringung im Mittel bei 55 Prozent, mit einer Spanne von 35 bis 81 Prozent, und diese Spanne entsteht über den Ausbringungstermin.

Warum wird zweimal ausgebracht?

Weil der Maiszünsler seine Eier über Wochen ablegt. Die zweite Ausbringung folgt zehn bis vierzehn Tage nach der ersten und deckt den späteren Teil der Eiablage ab.

Quellen und Rechtsstand

Stand dieses Beitrags: 11. September 2026. Rechtsangaben ändern sich; vor einer Entscheidung lohnt der Blick in die jeweils gültige Fassung.

Weiter: Maiszünsler bekämpfen: die Reihenfolge · Eigene Technik kaufen oder ausbringen lassen · Trichogramma für 2027 planen · Trichogramma-Ausbringung · Preise und Richtwerte

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Kurzfristige Termine sind möglich, gerade in der Mahd- und Erntezeit. Beschreiben Sie Fläche, Ort und Zeitfenster, wir melden uns mit einem Richtwert zurück.