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Maiszünsler mit der Drohne bekämpfen: eigene Technik kaufen oder ausbringen lassen?

Wer nach Maiszünsler und Drohne sucht, landet schnell bei Geräten für über zehntausend Euro. Die Frage dahinter ist aber selten die nach der Maschine, sondern die nach dem Ergebnis: Wie viele Zünsler-Eier werden parasitiert, und was kostet das je Hektar. Beides hängt weniger an der Drohne als am Termin, und der Termin steht nicht im Kalender.

Ausbringungsdrohne über einem kniehohen Maisbestand am Morgen, einzelne Kugeln fallen in die Reihen (KI-erzeugtes Symbolbild)

Saison und Planung · · 4 Minuten Lesezeit · von

Was eine eigene Ausbringungsdrohne kostet

Fertige Ausbringungssysteme für Trichogramma werden im Fachhandel ab etwa 10.000 Euro angeboten, ein verbreitetes Modell steht mit rund 10.760 Euro brutto in der Liste. Dazu kommt das Verbrauchsmaterial: Die Nützlinge selbst, als Kugeln oder Karten, werden je Hektar und Ausbringung berechnet.

Was in keinem Gerätepreis steht: die Registrierung als UAS-Betreiber, ein Kompetenznachweis für den Fernpiloten, eine Haftpflicht, die den gewerblichen Betrieb einschließt, Akkus und deren Ersatz, und die Zeit. Eine Ausbringung ist kein Feierabendtermin, sie liegt an zwei Tagen im Jahr, die die Witterung bestimmt.

Für einen Betrieb mit zwanzig Hektar Mais bedeutet das: Die Technik amortisiert sich rechnerisch nie über die eigene Fläche. Sie rechnet sich nur, wenn daraus eine Dienstleistung für andere wird, und dann steht man vor denselben Fragen wie jeder Lohnunternehmer.

Was die Dienstleistung kostet

Am Markt kursieren zwei Preisniveaus, und der Unterschied ist kein Rabatt, sondern ein anderes Produkt. Eine einmalige Ausbringung wird ab etwa 18 Euro je Hektar angeboten, eine zweimalige ab rund 30 Euro. Mit Trichogramma-Kugeln statt Karten liegen die Angebote deutlich höher, für zwei Durchgänge im Bereich von 84 bis 89 Euro je Hektar.

Unser Komplettpaket liegt bei 95 Euro je Hektar, ab zehn Hektar bei 89 Euro, und enthält die Kugeln, beide Ausbringungstermine und den Nachweis für den Förderantrag. In Baden-Württemberg zieht der FAKT-Zuschuss davon 60 Euro je Hektar ab, sodass rund 29 bis 35 Euro bei Ihnen bleiben.

In eigener Sache und deshalb deutlich gesagt: Beauftragung und Abrechnung laufen bei uns über den Maschinen- und Betriebshilfsring Schwäbisch Hall e.V., der die Kampagne organisiert und die Technik stellt. Die Anfrage können Sie direkt an uns richten, die Rechnung kommt vom Ring.

Warum die Zahl der Termine wichtiger ist als der Preis

Trichogramma legen ihre Eier in die Eier des Maiszünslers. Sie wirken also nur auf das, was zum Zeitpunkt der Ausbringung als Ei im Bestand liegt. Der Falter legt aber über mehrere Wochen ab.

Deshalb sind zwei Termine der Normalfall: zum Flugbeginn des Maiszünslers und noch einmal zwölf bis vierzehn Tage später. Ein einzelner Termin lässt genau die Eier stehen, die danach dazukommen. Wer Angebote vergleicht, vergleicht deshalb zuerst die Zahl der Durchgänge und erst dann den Preis.

Und die Förderung stellt dieselbe Bedingung: Für den FAKT-Zuschuss sind der Kaufbeleg der Nützlinge und zwei Ausbringungen nachzuweisen. Ein Einmaltermin ist damit nicht förderfähig, und die vermeintlich günstige Variante wird zur teuren.

Wie gut das Verfahren wirklich wirkt

Hier lohnt Nüchternheit, weil die Wirkungsgrade in der Werbung gern nach oben wandern. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft nennt aus ihren Versuchsreihen im Mittel 55 Prozent für Trichogramma, mit einer Spanne von 35 bis 81 Prozent. Pyrethroide liegen bei 75 Prozent, Bt-Mais bei 95.

Trichogramma ist also nicht das wirksamste Verfahren. Es ist das wirksamste ohne Rückstände, ohne Wartezeit und ohne Auflagen gegenüber Bienen und Gewässern, und es ist im Ökolandbau zulässig. Wer das mit dem falschen Versprechen kauft, ist hinterher enttäuscht.

Die Spanne von 35 bis 81 Prozent ist die eigentliche Information. Sie entsteht fast vollständig über den Termin. In Baden-Württemberg koordiniert das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg das Maiszünsler-Monitoring und das Prognosemodell und stimmt die Freilassungstermine für das Land ab. An diesen Terminen hängt der Erfolg, nicht an der Marke der Drohne.

Was ohne Ausbringung passiert

Bei einer Befallstärke von zwei bis drei Raupen je Pflanze ist im langjährigen Mittel mit Ertragsverlusten von 10 bis 30 Prozent zu rechnen. Dazu kommt der Teil, den keine Ertragstabelle zeigt: In die Fraßgänge ziehen Fusarien ein, und deren Mykotoxine landen im Silo.

Der zweite Hebel kostet nichts und wird trotzdem übersehen. Der Zünsler überwintert im Stoppelrest. Die Landesanstalt nennt nur tiefes, sauberes Unterpflügen der Maisstoppeln und des Maisstrohs eine langfristig erfolgversprechende Bekämpfungsmethode. Ausbringung und Stoppelbearbeitung zusammen drücken den Befallsdruck über Jahre, jede allein deutlich weniger.

Die kurze Entscheidungshilfe

Eigene Technik lohnt sich, wenn daraus eine Dienstleistung für andere Betriebe wird und jemand im Betrieb die Termine, die Zulassung und die Wartung dauerhaft übernimmt. Für die eigene Fläche allein rechnet sie sich praktisch nie.

Ausbringen lassen lohnt sich in allen anderen Fällen, und zwar mit zwei Terminen, mit Nachweis für den Förderantrag und mit einer Anmeldung, die vor dem Gemeinsamen Antrag liegt. Wie das im Ablauf aussieht, steht auf der Seite zur Trichogramma-Ausbringung.

Häufige Fragen

Was kostet eine Drohne für die Trichogramma-Ausbringung?

Fertige Ausbringungssysteme werden ab etwa 10.000 Euro angeboten, ein verbreitetes Modell steht mit rund 10.760 Euro brutto in der Liste. Dazu kommen Nützlinge je Hektar, Registrierung, Kompetenznachweis, Haftpflicht und Akkus.

Was kostet die Ausbringung als Dienstleistung?

Am Markt liegen einmalige Ausbringungen ab etwa 18 Euro je Hektar, zweimalige ab rund 30 Euro, mit Kugeln deutlich höher. Unser Komplettpaket mit zwei Terminen und Kugeln liegt bei 95 Euro je Hektar, ab zehn Hektar bei 89 Euro, abzüglich 60 Euro FAKT-Zuschuss.

Reicht eine Ausbringung statt zwei?

Nein. Der Falter legt über Wochen ab, eine einzelne Ausbringung lässt die später gelegten Eier stehen. Für den FAKT-Zuschuss sind zwei Ausbringungen ohnehin nachzuweisen.

Wie hoch ist der Wirkungsgrad von Trichogramma?

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft nennt im Mittel 55 Prozent, mit einer Spanne von 35 bis 81 Prozent. Pyrethroide liegen bei 75, Bt-Mais bei 95 Prozent. Der Unterschied innerhalb der Spanne entsteht fast vollständig über den Ausbringungstermin.

Quellen und Rechtsstand

Stand dieses Beitrags: 7. September 2026. Rechtsangaben ändern sich; vor einer Entscheidung lohnt der Blick in die jeweils gültige Fassung.

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