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Trichogramma für 2027 planen: Zeitfenster, Förderung, Anmeldung

Trichogramma ist eine Schlupfwespe, die ihre Eier in die Eigelege des Maiszünslers legt. Das Verfahren ist erprobt und gefördert, aber es verzeiht keine späte Entscheidung: Das Ausbringfenster liegt Mitte Juni bis Anfang Juli, und wer im Mai anfängt zu überlegen, ist meistens zu spät.

Drohne mit Streubehälter über einem Maisschlag, der Pilot steuert sie vom Feldrand

Saison und Planung · · 3 Minuten Lesezeit · von

Warum die Entscheidung in den Herbst gehört

Der Maiszünsler fliegt in Baden-Württemberg im Juni. Die Trichogramma müssen ausgebracht sein, wenn die ersten Eigelege liegen, also im Fenster Mitte Juni bis Anfang Juli. Das Fenster ist wenige Wochen breit und verschiebt sich mit der Witterung.

Was in dieses Fenster hineinmuss, ist nicht nur der Flug. Die Nützlinge werden nach Bedarf produziert und haben eine begrenzte Haltbarkeit, die Kapazitäten sind im Juni bei allen Anbietern knapp, und die FAKT-Beantragung läuft über den Gemeinsamen Antrag im Frühjahr. Wer die Kette rückwärts rechnet, landet im Herbst des Vorjahres.

Praktisch heißt das: Flächen und Sorten stehen nach der Ernte fest, die Zünslerbelastung des laufenden Jahres ist bekannt, und beides zusammen ist die Grundlage für die Entscheidung. Der Herbst ist der Zeitpunkt, an dem alle nötigen Angaben vorliegen.

Was das Verfahren leistet

Der Wirkungsgrad liegt bei 70 bis 85 Prozent, bezogen auf den Befall. Das ist weniger als eine gut getroffene chemische Behandlung, aber das Verfahren hat drei Vorteile, die sich nicht aufrechnen lassen: Es wirkt selektiv nur gegen den Zünsler, es hat keine Wartezeit, und es funktioniert auch dann, wenn der Bestand für die Spritze längst zu hoch ist.

Ausgebracht wird aus der Luft in Kugeln, die auf dem Bestand liegen bleiben und aus denen die Wespen über mehrere Wochen schlüpfen. Die Drohne fliegt den Schlag in Bahnen ab und setzt die Kugeln nach Raster. Für den Landwirt entfällt damit die Überfahrt, und der Bestand bleibt unbeschädigt.

Für die Wirkung entscheidend ist nicht die Technik, sondern der Zeitpunkt. Zwei Wochen zu früh, und die Wespen sind geschlüpft, bevor Eigelege da sind. Zwei Wochen zu spät, und die Larven haben sich schon eingebohrt. Deshalb wird der Termin am Zünslerflug festgemacht, nicht am Kalender.

Die Förderung und was unter dem Strich bleibt

Baden-Württemberg fördert die biologische Maiszünsler-Bekämpfung über FAKT mit 60 Euro je Hektar. Beantragt wird sie im Gemeinsamen Antrag, also im Frühjahr vor der Maßnahme. Das ist der zweite Grund, warum die Entscheidung nicht im Juni fallen kann.

Bei unserem Komplettpreis von 95 Euro je Hektar bleibt damit eine Eigenbeteiligung von 35 Euro je Hektar. Enthalten sind Nützlinge, Ausbringung und Dokumentation. Was nicht enthalten ist: die Befallskontrolle im Vorjahr, die aber ohnehin meist nebenbei läuft.

Diese Zahlen sind Stand September 2026. FAKT-Fördersätze werden mit der Förderperiode angepasst; vor dem Antrag lohnt der Blick in die aktuelle Fassung der Verwaltungsvorschrift.

Was jetzt zu klären ist

Vier Punkte, und alle lassen sich im Herbst beantworten. Welche Schläge kommen infrage, und wie viel Hektar sind es zusammen? Wie hoch war die Zünslerbelastung dieses Jahr, gemessen an den Bohrlöchern im Stängel nach der Ernte? Läuft die Ausbringung über den Maschinenring oder direkt? Und wird FAKT beantragt?

Wer diese vier Antworten hat, braucht im Juni nur noch einen Anruf. Wer sie im Juni erst sucht, konkurriert um die letzten freien Termine in einem Fenster von drei Wochen.

Häufige Fragen

Wird die Ausbringung gefördert?

Ja. Baden-Württemberg fördert die biologische Maiszünsler-Bekämpfung über FAKT mit 60 Euro je Hektar. Der Antrag läuft über den Gemeinsamen Antrag im Frühjahr, also vor der Maßnahme. Prüfen Sie den aktuellen Fördersatz vor der Antragstellung.

Wann genau wird ausgebracht?

Im Fenster Mitte Juni bis Anfang Juli, festgemacht am Zünslerflug. Der genaue Termin steht erst wenige Tage vorher fest und richtet sich nach der Witterung und den Meldungen der Beratung. Vorgemerkt wird deshalb ein Zeitraum, kein Datum.

Wie hoch ist der Wirkungsgrad?

Zwischen 70 und 85 Prozent, bezogen auf den Befall. Der Wert hängt stark am Ausbringtermin: Ein um zwei Wochen verfehltes Fenster kostet mehr Wirkung als jede Frage der Aufwandmenge.

Quellen und Rechtsstand

Stand dieses Beitrags: 2. September 2026. Rechtsangaben ändern sich; vor einer Entscheidung lohnt der Blick in die jeweils gültige Fassung.

Weiter: Trichogramma-Ausbringung als Leistung · Einsatz aus 2021 mit Bildern · Preise und Richtwerte

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