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Vor Sonnenaufgang und nach Einbruch der Dunkelheit: was beim Drohnenflug bei Nacht gilt

Fast jeder Wärmebildeinsatz liegt im Dunkeln oder im Zwielicht, und fast jeder Auftraggeber fragt an dieser Stelle, ob das überhaupt erlaubt ist. Die Antwort: ja, seit dem EU-Recht von 2020 ohne Sondergenehmigung, aber mit einer Auflage, die man am Gerät sehen kann.

Wärmebilddrohne im Flug in der Dämmerung vor dem Hohenstaufen

Recht und Pflichten · · 2 Minuten Lesezeit · von

Das pauschale Nachtflugverbot ist entfallen

Bis zum EU-Recht galt in Deutschland ein grundsätzliches Nachtflugverbot für unbemannte Fluggeräte, von dem die Landesluftfahrtbehörde im Einzelfall befreite. Wer im Morgengrauen fliegen wollte, brauchte dafür Papier.

Seit die Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 anwendbar ist, gibt es dieses pauschale Verbot nicht mehr. Der Betrieb bei Nacht ist in der Kategorie „offen“ zulässig, wenn die Bedingungen dieser Kategorie eingehalten werden. Die Uhrzeit ist damit keine Genehmigungsfrage mehr, sondern eine Ausrüstungs- und Sichtfrage.

Die Auflage: ein grünes Blinklicht

Für den Betrieb bei Nacht in der Kategorie „offen“ verlangt UAS.OPEN.060 im Anhang der Verordnung ein grünes Blinklicht, das vom Boden aus erkennbar ist. Die Pflicht gilt seit dem 1. Juli 2022.

Der Zweck ist nicht Dekoration. In der Kategorie „offen“ muss das Gerät in direkter Sicht geführt werden, und in der Dunkelheit ist eine Drohne ohne Licht ab wenigen Metern schlicht nicht mehr zu sehen. Das Blinklicht ist die Bedingung dafür, dass die Sichtvorgabe überhaupt einhaltbar bleibt.

Einsätze, die über die Kategorie „offen“ hinausgehen, laufen in der Kategorie „speziell“ unter einer Betriebsgenehmigung mit eigenen Auflagen. Was dort gilt, steht in dieser Genehmigung und nicht in UAS.OPEN.060.

Was das für einen Einsatz vor Sonnenaufgang bedeutet

Praktisch heißt es: Der Termin scheitert nicht an der Uhrzeit. Er scheitert an Nebel, an Regen oder daran, dass jemand die Fläche nicht rechtzeitig gemeldet hat.

Für Sie als Auftraggeber ändert sich damit vor allem eines: Sie müssen für den frühen Termin keine Genehmigung besorgen und keine Frist einplanen. Was zu klären bleibt, sind Geo-Zonen und die Abstimmung mit dem Jagdpächter, und beides läuft ohnehin vor jedem Einsatz.

Warum der Flug überhaupt so früh liegt, ist eine physikalische und keine rechtliche Frage: Ein Kitz hebt sich nur so lange vom Untergrund ab, wie die Sonne die Wiese noch nicht aufgeheizt hat. Das steht im Beitrag über das Zeitfenster.

Häufige Fragen

Gibt es ein Nachtflugverbot für Drohnen?

Nicht mehr als pauschales Verbot. Nach der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 ist der Betrieb bei Nacht in der Kategorie „offen“ zulässig, wenn deren Bedingungen eingehalten werden.

Was ist bei Nacht zusätzlich vorgeschrieben?

Ein grünes Blinklicht, das vom Boden aus erkennbar ist. Die Vorgabe steht in UAS.OPEN.060 im Anhang der Verordnung und gilt seit dem 1. Juli 2022.

Brauche ich als Auftraggeber eine Genehmigung für den frühen Termin?

Nein. Die Uhrzeit allein löst keine Genehmigungspflicht aus. Zu klären sind Geo-Zonen und die Abstimmung mit dem Jagdpächter, und das gehört ohnehin zu jedem Einsatz.

Warum liegt der Einsatz überhaupt vor Sonnenaufgang?

Wegen des Temperaturabstands. Ein Kitz hat rund 38 Grad, die Wiese im Morgengrauen 10 bis 15. Ab etwa 9 Uhr hat die Sonne den Bestand ungleichmäßig aufgeheizt, und warme Grasnester sind von Tieren kaum noch zu unterscheiden.

Quellen und Rechtsstand

Stand dieses Beitrags: 4. September 2026. Rechtsangaben ändern sich; vor einer Entscheidung lohnt der Blick in die jeweils gültige Fassung.

Weiter: Warum die Uhrzeit entscheidet · Rehkitzrettung im Ablauf · ASP-Kadaversuche

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Kurzfristige Termine sind möglich, gerade in der Mahd- und Erntezeit. Beschreiben Sie Fläche, Ort und Zeitfenster, wir melden uns mit einem Richtwert zurück.